Artsides 2.0 | ein Nachbericht

Die Kunstszene kann manchmal schon ziemlich verwirrend sein. Warum gibt es Künstler*innen die ihr Leben lang für die Kunst leben, doch nie von ihr leben können? Warum schaffen die einen den Durchbruch? Und wie schafft man es mit den eigenen Werken überhaupt in die Kunstszene? Will man da überhaupt hin? Gerade junge Nachwuchs-Künstler*innen fällt es oftmals schwer den ersten Schritt in diese Richtung zu wagen. Die zweite Auflage der Veranstaltung »Artsides 2.0« vom Projekt »Youth Changemakercity Wuppertal« ermöglichte es jungen Künstler*innen ihre Werke einem breiten Publikum zu präsentieren. Ganz ohne hochgestochene Etikette!

Einige der ausstellenden Künstler*innen | Foto von Wolf Sondermann

Bereits im vergangenen Jahr durfte sich das neuartige Veranstaltungsformat großer Freude entgegenstellen. Kunstschaffende, sowie begeisterte Zuschauer*innen besuchten die Ausstellung zahlreich und erfreuten sich der vielseitigen Werke. Ausgearbeitet wurde die Projektidee durch die junge Künstlerin Pauline Paulig im Jahr 2018. Mit der Idee die junge Kunstszene zu stärken und einen Raum für Kunst und die Vernetzung von jungen Kunstschaffenden zu eröffnen, trat Pauline an die damalige Projektleitung von »Youth Changemakercity Wuppertal« (YCMC) heran. Gemeinsam mit Kim Schröder und Laura Schmidt-Russnak (Projektleitung) veranstalteten sie die erste Auflage des Projekts 2018 in Utopiastadt. Die Idee war geboren und schrie nach einer zweiten Auflage. Kreativer Geist sollte gefördert werden! Gerade dann wenn man die Möglichkeit und die nötigen Mittel dazu hat. Leonie Sonntag und Tobias Kaminski, heutige Projektleiter*innen des Projekts, schafften genau aus diesem Grund ein zweites mal Raum für die Kunst von 10 Nachwuchskünstler*innen aus der Talstadt. Mit von der Partie sind wie bereits im Vorjahr verschiedenste Arten und Weisen des künstlerischen Auslebens. Von klassischer und abstrakter Portraitmalerei, über Skulpturen aus Ton, bis hin zu Kaligrafitti. Damit stellt das Konzept der Veranstaltungsreihe die alteingesessene Kunstszene auf den Kopf. Statt einseitiger und konkurrierender Kunst, stechen die jungen Aktiven mit Vielseitigkeit und Vernetzung hervor. Eine gelungene und erfrischende Abwechslung.

Liova Idahl | Foto von Wolf Sondermann

Eine der Ausstellenden ist die neunzehnjährige Liova Idahl. Das Artsides ist für sie die erste öffentliche Ausstellung ihrer Werke und das bedarf einer Menge Überwindung. Nach eigener Aussage ist das Malen und Zeichnen für Liova eine Art und Weise des Auslebens ihrer Selbst. Sie verwirklicht ihre Ideen um den eigenen Kopf zu leeren – sich selbst zu verwirklichen. Ihre Inspiration findet sie hauptsächlich in der Melancholie, der Absurdität der Ästhetik von Trauer, gepaart mit der unsäglichen Schönheit der Natur, dessen Zerstörung durch den Menschen und mysteriösen Wesen aus skandinavischen Mythen. Wie Liova sich künstlerisch auslebt ist ebenso auf dem Veranstaltungsflyer des Artsides zu sehen! Hier findest du mehr von ihren Arbeit.

Franziska Bergemann | Foto von Wolf Sondermann

Ebenso neu in der Welt der Kunstszene ist die neunzehnjährige Franziska Bergemann. Sie Selbst bezeichnet ihre Kunst als „Etwas ganz einfaches. Ganz einfach vom Kopf auf das  Papier.“. Wenn es nur so einfach wäre wie es scheint. Seit dem sie einen Stift halten kann, zeichnet sie. Zu erst Mangas, aber mit der Zeit entwickelte sich ihr persönlicher Stil immer weiter. Heute ist das Repertoire der jungen Künstlerin breit gefächert. Von Portraits mit Comic Einfluss, über realistische Portraits hin zu Fluid-Gemälden. Franziska selbst ist überzeugt davon, dass sich ihr Stil noch oftmals ändern wird und gerade das macht ihre Kunst wesentlich vielseitiger und sympathischer. Hier findest du weitere Werke von Franziska.

Hannah Tischer | Foto von Wolf Sondermann

Menschen mit roten Ohren die Trübsal blasend daher schauen, absurde animal anmutende Monster, Figuren die sich selbst gefährden und Wesen die sich aus einzelnen Punkten erschaffen. Das sind die Werke von Hannah Tischer. Während des Artsides präsentiert sie einen Querschnitt durch die Vielfalt ihrer Werke. Die illustrierten Zeichnungen entstehen laut ihrer eigenen Aussage oftmals aus Zufällen gestückt mit ein wenig persönlichen Humor. Ihre Werke sind anders. Simpel und doch so komplex. Sie schaffen es ein Gefühl zu übermitteln. Hier findest du mehr von Hannahs Werken.

Aylin Fornberg | Foto von Wolf Sondermann

Seitenweise könnte man über die Werke der Nachwuchskünstler*innen schreiben. Doch das würde weder den Arbeiten der Künstler*innen gerecht werden, noch würde es den Rahmen dieses Artikels einhalten. Von daher rate ich dir selbst aktiv zu werden und dir die Arbeiten der Ausstellenden online zu Gemüte zu führen. Die Links zu den einzelnen Künstler*innen findest du hier.

Mit von der Partie waren:

Hannah TischerJosi-Maari WilkeLuzie KuhnkeFranziska BergemannAylin FornbergLuisa Schmidt-RussnakLiova Idahlder Dudds – Luisa Wetzel

Luzie Kuhnke | Foto von Wolf Sondermann

Alles in Allem scheint auch die zweite Auflage des Veranstaltungsformats »Artsides« ein voller Erfolg gewesen zu sein. Neben den angeregten Besucher*innen und der Freude bei den Künstler*innen setzt das Format ein Zeichen. Ein Zeichen für die kollektive Zusammenarbeit und Vernetzung innerhalb der jungen Kunstszene. Eine Veranstaltung die es den jungen Kreativen ermöglichte ihren Fuß in die Tür zu stellen und einfach mal auszuprobieren ohne sich selbst zu übernehmen. Auf viele weitere Artsides in den kommenden Jahren!

 

Foto: Wolf Sondermann
Text: Max-Mosche Kohlstadt

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