Utopiastadt: Wartesaal 1. Klasse im Testbetrieb

Über Wochen, Monate und Jahre wird bereits an Utopiastadt gearbeitet – schon von Außen sieht man: Hier geht es voran! Auch im Inneren geht es weiter: Nachdem im Sommer der Hutmacher nach Draußen verlegt wurde, geht es für den Winter nun wieder nach drinnen. Für die nächste Zeit wird die Kneipe von Utopiastadt im Wartesaal 1. Klasse zu finden sein. Zunächst bis zum 31. Oktober kann der frisch sanierte Raum ausgetestet und bestaunt werden.

„Es ist gerade total schön, dass wir so viele Glückwünsche und Lob für den Wartesaal nicht nur aus Wuppertal, sondern auch weit darüber hinaus bekommen“, freut sich Christian Hampe, Geschäftsführer der Utopiastadt gGmbH. Aber derzeit gibt es nur einen Testbetrieb bis zum Ende des Monats. Denn noch fehlt die Konzession, für die es noch einige Genehmigungen braucht. So können aktuell die Lampen noch nicht gedimmt oder einzeln bedient werden, sondern müssen über den Sicherungskasten an- und ausgeschaltet werden, für die Heizung fehlt noch ein Steuerungskabel – aber immerhin gibt es inzwischen Strom für die Theke.

„Wir hoffen, im November auch regulär zu öffnen und dann nicht nur eine funktionierende Heizung zu haben, sondern auch unsere neuen, barrierefreien Toiletten in Betrieb zu nehmen“, sagt Hampe. Im Wartesaal 1. Klasse sollen später Konzerte, Lesungen und andere Veranstaltungen stattfinden. „Unsere Räume hier können zukünftig aber auch für Tagungen, Workshops, Hochzeiten oder andere Events gebucht werden.“ Auf diese Weise soll sich der Mirker Bahnhof zukünftig selbst tragen.

Doch bis es so weit ist, wird es nicht nur noch jede Menge Hände brauchen, die auch weiterhin mit anpacken – jeden Samstag ab 11 Uhr gibt es weiterhin das Workout – sondern eben auch Geld. „Wir sind finanziell am Limit, unsere Reserven sind weitgehend aufgebraucht“, erklärt Christian Hampe. „Bürokratische Prozesse, die lange dauern, weswegen manche Maßnahmen nicht so gemacht werden konnten, wie geplant, Kostensteigerungen an allen Ecken und Enden, nicht nur durch solche Probleme, sondern auch wegen Corona, Ukrainekrieg, Energiekrise – da kam und kommt einiges zusammen.“

Für das Gesamtprojekt gibt es Fördergelder von der Stadt Wuppertal, der NRW-Stiftung, der Jackstädt-Stiftung, von Land, Bund und EU, aber auch weitere Spenden machen einen großen Anteil für das Gelingen des Projekts aus. „Gerade läuft wieder die Spendenaktion ‚WirWunder Wuppertal‘ der Sparkasse, an der wir natürlich auch teilnehmen.“

Bis zum 31. Oktober kann auf der Plattform noch gespendet werden. „Und natürlich im Hutmacher vorbeikommen, austesten und Getränke konsumieren“, meint Hampe. Dazu gibt es zudem zwei Veranstaltungen: Am Freitag startet um 16 Uhr das FAB Region Opening, alles wird sich um Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Resilienz und lokale Produktion drehen. Die Oberbürgermeister*innen von Wuppertal, Remscheid und Solingen eröffnen die Veranstaltung, um 18 Uhr folgt eine Secondhand-Modenschau. Am Samstag geht es mit dem „Repair & Share-Festival“ weiter. Von 11 bis 17 Uhr gibt es ein umfangreiches Programm rund um Reparatur, DIY und Secondhand – außerdem endet der Reparaturmonat Oktober, in dem NRW versucht einen gemeinsamen Weltrekord im Reparieren aufzustellen.

Geöffnet ist unter der Woche ab 16 Uhr, am Wochenende ab 12, sowohl von der Trasse als auch von der Mirker Straße aus ist der Wartesaal 1. Klasse zugänglich.

Text: Julia Nemesheimer
Fotos: Julia Nemesheimer/Christian Hampe

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