Flohmarkt Quartier:Mirke – Folge dem Luftballon!

Der große Flohmarkt im Quartier Mirke ist immer ein bisschen wie eine aufregende Schnitzeljagd. Statt alle Stände an einem zentralen Platz versammelt zu haben, geht es in die Hinterhöfe und Gärten. Oft sind es bunte Luftballons an den Haustüren, die anzeigen, wo es etwas zu ergattern gibt. Wer auf den Luxus des eigenen Gartens verzichten muss, kann stattdessen bei Utopiastadt oder den Wiesenwerken die Flächen nutzen. Für diejenigen, die nichts verkaufen, sondern auf Schnäppchen aus sind, geht es also bei sprichwörtlichem Sonntagswetter durch die Straßen und immer mal wieder hinein in eine der offen stehenden Türen.

Es hat etwas, fremde Treppenhäuser zu betreten, die hohen Stuckdecken und schönen Fliesen zu entdecken und nicht selten in einem heimeligen Hinterhof zu landen. Vor allen Dingen ist selten im Voraus klar, was einen erwartet. Das können viele verschiedene Nachbar:innen sein, die gemeinschaftlich Stände aufgebaut und schön dekoriert haben, das können Menschen mit einem einzelnen Stand sein. Manchmal gibt es nur Kindersachen, an anderen Stellen nur Kleidung, manchmal ist es ein wilder Mix aus allem. Manche helfen schon direkt mit der Orientierung und helfen mit Schildern und Kleidergrößen aus, andere bieten einfach ein Sammelsurium, durch das man sich durchwühlen kann.

Auf dem Weg ins Viertel laufen einem am frühen Nachmittag bereits Menschen beladen mit Taschen entgegen, Kinder schwenken stolz ihre Beute. Natürlich kennt man sich in der Nordstadt, deshalb ist es nicht empfohlen, hektisch an so einen Flohmarkt ranzugehen. Es braucht Zeit, durch die Mirke zu streifen, mal hier rein zu schauen, mal dort Halt zu machen, Bekannte und Freund:innen unterwegs in einen kurzen Plausch zu verwickeln.

An vielen Ecken, aber insbesondere rund um den Mirker Bahnhof, ist einiges los, am ganz frühen Morgen (los ging es ab 11 Uhr) vermutlich noch etwas mehr als am Nachmittag. Waffeln werden verkauft, Kuchen, Muffins oder Brownies stehen auch zum Angebot. Andere nutzen die Erdgeschosswohnung, um am offenen Fenster nicht nur die Straße zu beschallen, sondern auch, um ein politisches Statement zu setzen und sich klar antifaschistisch zu positionieren. Es war viel los vor dem Fenster – inklusive Riesen-Seifenblasen. Bei Schmackes sammelt sich wie immer eine Riesenschlange und am Hutmacher ist viel Betrieb. Als wäre all das nicht genug, wuseln dazwischen auch noch SupaSchwebeGolf-Spielende durcheinander.

In den nächsten Wochen wird es noch einige spannende (Wochenend-)Veranstaltungen geben, die jetzt schon im Kalender angestrichen werden dürfen:
Am Samstag, 12. September, ist in Wuppertal Christopher Street Day (CSD): Mit einem Demo-Zug geht es vom Johannes-Rau-Platz quer durch die Stadt bis zum Döppersberg.
Bis Mittwoch, 16. September, können sich noch Menschen für „Der Berg liest“ (4. Oktober) anmelden. Vorlese-Aktionen in den eigenen vier Wänden: Gesucht sind Lesende in der gesamten Nordstadt.
Am Donnerstag, 17. September, ist auf der anderen Seite der Hochstraße wieder „Langer Donnerstag im Kunstkiez“.
Am Samstag, 19. September, gibt es in den Wiesenwerken das große Viertelsfest (ab 15 Uhr) mit Einweihung des neuen Trassenzugangs und des Außengeländes der ehemaligen Gold-Zack-Werke. In diesem Rahmen findet auch Stadt-Land-Spielt – Wiesenwerke Edition“ (13-18 Uhr) mit vielen Brett- und Kartenspielen zum Ausprobieren statt.
In der Zimmerstraße (wieder andere Hochseiten-Straße) gibt es zudem am 20. September von 11 bis 17 Uhr das „SpielZimmer“: Die Straße wird autofrei, dafür gibt es Kinderprogramm, Musik, Tanz und Infostände.

Text: Julia Nemesheimer (instagram.com/fraeulein_rabenschwarz)
Fotos: Celine de Groot (instagram.com/celinedg)

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