Wupperwerft Studios | ein neuer kreativer Hotspot im Quartier

Die Wupperwerft ist zuletzt wohl durch die Konzeption und Produktion des Kurzfilms »Schweigemahl« in die Schlagzeilen Wuppertals geraten. Inzwischen ist die Wupperwerft jedoch weit mehr als „nur“ eine Videoproduktionsfirma mit Fokus auf Musikvideos. Mit der Etablierung der »Wupperwerft Studios« wird das Konzept auf ein neues Level gehoben – und das im Mirker Quartier. Wir haben uns mit den Gründern Arne und Horst im Rahmen eines Online Interviews zusammengesetzt, um mehr über die Entstehungsgeschichte, zukünftige Vorhaben und ihre Vision zu erfahren. Aber lest selbst!

(v.l.) Arne Schramm und Horst Jesue Wegener | Foto von Wolf Sondermann

Horst Jesue Wegener ist als Musiker bereits seit einigen Jahren über die Stadtgrenze bekannt – so arbeitete er bereits mit Größen der Musikszene wie Samy Deluxe oder Roger Rekless zusammen. Er ist außerdem Mitbegründer der Wupperwerft, und somit eines von zwei kreativen Standbeinen der Vision, Wuppertal zu einem kulturellen und künstlerischen Hotspot auf der Karte werden zu lassen. Arne Schramm ist das zweite kreative Standbein der Wupperwerft und außerdem Fotograf. Gemeinsam mit Horst gründete er das Unternehmen, entwickelt kreative Ideen und setzt sie mithilfe seiner künstlerischen Ader in die Realität um. Als Fotograf begleitet er bereits zahlreiche Projekte, wie zuletzt die Produktion der Musikvideos der Wuppertaler Künstlerin Maria Basel.

Die Wupperwerft wurde ursprünglich als reine Videoproduktionsfirma von Arne, Horst und Horsts Vater Andre Wegener gegründet, und als solche hat sie bereits Musikvideos für die Hip Hop Größen Samy Deluxe, den Singer-Songwriter Bengio und viele weitere gedreht. Die Konzepte und Ideen für ihre Videos entwickelten sie bis vor kurzem in einer umfunktionierten Erdgeschosswohnung in der Nordstraße – Steve Jobs Garagenmetapher lässt grüßen. Doch als kreative Köpfe, die Horst und Arne unwiderlegbar sind, brauchten die zwei mehr Raum für Ihre Ideen. Nach einer Phase der Konzeption und Ausarbeitung traten sie Anfang des letzten Jahres mit den Besitzern der »Cotton Factory« an der Ecke Uellendahlerstraße/Eckernförderstraße in Kontakt. Obwohl dem Gebäude alleine architektonisch und repräsentativ viel Potenzial innewohnt, hat es in der Vergangenheit oftmals nur großen Investor*innen gehört, denen nur wenig an der standortgerechten Entwicklung der Flächen lag. Anders sieht es mit den momentanen Besitzern aus. Seit Anfang November 2020 arbeiten Horst und Arne daran ihren Ideen Raum zu geben und die Bilderbuchbüros, alla Raufasertapete und Kacheldecke, in ein charmantes und individuelles Studio zu verwandeln – die »Wupperwerft Studios«. Und das ganze mitten in der anhaltenden Pandemie? Für ihr Unternehmen lief das vergangene Jahr trotz der Umstände wirtschaftlich gut, sodass sie die Möglichkeit hatten das Projekt ab November anzugehen. Im Regelbetrieb wäre es nur schwer vorstellbar gewesen, die Räumlichkeiten zu erarbeiten. Der Lockdown gab den beiden die Möglichkeit ihr eigenes Unternehmen weiter auszubauen und mit neuen Räumlichkeiten groß zu denken. Anfang April werden die Studios dann ganz offiziell eröffnen.

die alt-eingesessene Couch aus dem »beatz&kekse« findet hier ein neues Zuhause| Foto von Wolf Sondermann

Aber was sind die Wupperwerft Studios überhaupt?

Auf jeden Fall wesentlich mehr als ein bloßer Raum in dem Videos produziert werden. Horst und Arne haben weitaus größere Visionen die über die neuen vier Wände hinaus strahlen sollen. Hier soll ein Ort geschaffen werden, an dem sich Kreative aus allen Bereichen gemeinsam miteinander vernetzen und austoben können. In den Studios sollen kreative Menschen aufeinandertreffen, die sich gegenseitig austauschen und Input geben um ihr eigenes Schaffen kollektiv und individualistisch auszubauen. Dabei sind nicht nur Menschen gemeint, die im kreativen Gewerbe arbeiten, sondern auch solche die ihr kreatives Hobby vorantreiben wollen. Das Konzept versteht sich demnach als einen kreativen Schmelztiegel, der Infrastruktur bereitstellt und positive Synergien hervorbringt. Ganz faktisch werden in den Räumlichkeiten neben Coworking Arbeitsplätzen und einem Foto-/Videostudio auch Musik- und Songwritingstudios entstehen – allerlei Platz zum Austoben. Aber Arne und Horst wollen auch selbst erfahren was eigentlich in der Stadt und den Wuppertaler*innen steckt. Durch ihre deutschlandweite Arbeit mit Kreativunternehmen wird ihnen oft die Frage gestellt, warum sie überhaupt in Wuppertal ansässig seien. Horst und Arne wollen diese Frage beantworten und Wuppertal auch überregional als Kulturhotspot etablieren. Sie sind davon überzeugt, dass die Stadt und dessen Kulturschaffende das Potenzial dafür haben – so lange sie sich vernetzen und gemeinsam daraufhin arbeiten. Bildlich gesprochen fungieren die Wupperwerft Studios als Hafen, in dem die neuartigen Konzepte der Wuppertaler Kulturszene gefertigt werden könnten und anschließend in See stechen.

„Wuppertal hat einfach ‘nen guten Puls – nicht zu hoch und nicht zu niedrig!“ so Horst Jesue Wegener im Interview.

Die Studios sollen sich außerdem als Lichtblick für ein Nach-der-Pandemie etablieren. Horst und Arne berichten, dass die Pandemie vielen Kulturschaffenden, die sie umgeben neben der Existenzgrundlage auch ihren Willen Kreatives zu schaffen genommen hat. Die Studios sollen aufzeigen, dass sich auch während der Pandemie etwas tut und neue Orte entwickelt werden – als Spielwiese für Horst und Arne und alle Kulturschaffenden die Lust haben. Aber damit nicht genug. Gemeinsam mit den Besitzern des Gebäudes arbeiten sie bereits daran die darüberliegende Etage zu konzeptionieren. Das „Dach der Stadt“ wird in Zukunft ein weiterer Anlaufpunkt für Kulturliebhaber*innen und auch für den vollen Magen wird gesorgt sein. Doch dazu mehr im Verlauf des Jahres.

Einblicke in die baldig eröffneten »Wupperwerft Studios« | Foto von Wolf Sondermann

Seit Anbeginn der Renovierung der Studios haben Horst und Arne den Prozess videografisch begleitet. Im Rahmen dessen laden sie alle 1–2 Wochen einen aktuellen Vlog auf Youtube um ihren Unterstützer*innen und zukünftigen Interessierten zu zeigen, wie sich die Räumlichkeiten entwickeln und ihre Ideen plastisch Gestalt annehmen. Sympathisch wie die Zwei sind, kann man ihnen hier dabei zuschauen wie sie z.B. die alt-eingesessene Couch aus der Kultkneipe »beatz&kekse« abholten und ihr eine neue Daseinsberechtigung verschaffen.

Alles in allem ein sehr interessantes Projekt für das Quartier und darüber hinaus für die ganze Talstadt. Es ist schön zu sehen, wie auch unter momentanen Gegebenheiten, neuen Ideen Raum gegeben wird und kreative Schaffensprozesse Wirklichkeit werden – insbesondere wenn diese Prozesse von jungen Kreativen angestoßen werden. Wir wünschen Horst und Arne mit ihren Ideen alles Gute für die Zukunft und freuen uns auf die Entwicklung des Projekts! Falls ihr mehr über die »Wupperwerft Studios« erfahren, Teil der Community werden oder einfach nur ein Mietstudio sucht in dem ihr euch ausprobieren wollt, schaut doch auf ihren Social Media Kanälen [Facebook | Instagram], der Homepage oder auf ihrem Youtube Kanal vorbei. Dort findet ihr sowohl ihre Kontaktdaten als auch sehr sehenswerte Musikvideos und Kurzfilme.

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