Beim Bürger*innenbudget im letzten Jahr haben sich einige Projekte beworben, deren Umsetzung im Mirker Quartier angedacht war (IDEEN AUS DEM QUARTIER | BÜRGER*INNEN BUDGET 2025). Über die meisten Stimmen konnte sich Jana Kortwig freuen. Ihre Idee für den SoulSpace, ein Jugendzentrum für mentale Gesundheit, erhielt damit die finanziellen Mittel, um die Idee Realität werden zu lassen. In den Wiesenwerken hat sie seitdem einen Ort mit sicherer Atmosphäre geschaffen, an den Jugendliche sich mit ihren Problemen wenden können. Über den Standort freut sich die Gründerin ganz besonders: „Das Quartier ist ein toller Ort, wo so viel entsteht und der SoulSpace passt hier so gut rein!“

Zum Soft Opening im April kamen bereits viele interessierte Menschen und erste Aktionen konnten stattfinden. Nach den Osterferien begann dann offiziell der Betrieb. Seitdem ist schon einiges passiert in den einladend eingerichteten Räumen, wie Jana erzählt: „Wir haben jeden Donnerstag von 14 bis 18 Uhr geöffnet und machen aktuell zum Kennenlernen ein paar kleine Angebote. Wir haben zum Beispiel schon einen Karaoke-Abend veranstaltet und einen offenen Gesprächskreis, bei dem Jugendliche über das sprechen konnte, was sie gerade so beschäftigt.“
Die Angebote gestaltet Jana nicht alleine. Sie arbeitet unter anderem eng mit ihrer Kollegin Josephine Baumann zusammen, die wie Jana Schulsozialarbeiterin ist. Sie kann sich bereits jetzt über einen großen Pool verschiedener Fachkräfte freuen, die sich ehrenamtlich in dem Projekt engagieren – etwa aus dem Bereich der Jugendhilfe, Jugendpsychotherapie, Coaching oder Beratung. Mit „Systempfötchen“ ist seit kurzem außerdem eine Fachkraft für tiergestützte Intervention mit an Bord. Das breitgefächerte Fachwissen aller Beteiligten soll für die bestmögliche Unterstützung sorgen. Neben den offenen Angeboten bieten sie nämlich auch individuelle Hilfe an. Jugendliche, Eltern, Schulen oder Sozialarbeiter*innen melden sich telefonisch und gemeinsam mit dem SoulSpace wird dann ermittelt, welche Hilfe gerade benötigt wird und welche Fachkraft dafür die geeignete Person ist.



In Zukunft soll zweimal wöchentlich die Tür offen stehen, so Janas Plan. Dann könnte es einen Tag geben, an dem sich die Jugendlichen auch untereinander vernetzen können und einen, an dem Einzelgespräche angeboten werden. Ihr ist aber wichtig das Angebot langsam wachsen zu lassen, um gewährleisten zu können, dass auch jede*r die Betreuung erhält, die benötigt wird: „Die Struktur muss einfach erstmal stehen, damit wir niemanden an der Tür abweisen müssen.“ Bis dahin werden einige Aktionen veranstaltet, zu denen alle Jugendlichen eingeladen sind, die gerne mal reinschauen wollen. Im Sommer ist zum Beispiel ein „Open Space Day“ geplant.
„Ich wünsche mir für die Zukunft, dass dieser Ort sich etabliert, ein fester Hafen für Jugendliche wird und sie sich hier gesehen und ernstgenommen fühlen“, erklärt Jana. Dafür ist der SoulSpace auf weitere Förderungen angewiesen, die eine nachhaltige und langfristige Finanzierung gewährleisten. Aktuell wird die Miete des Raums aus dem Bürger*innenbudget gezahlt, aber diese Mittel sind endlich. Die Gründerin hofft, dass Institutionen und Unternehmen in der Stadt einen Sinn darin sehen ein präventives Angebot für die psychische Gesundheit junger Menschen zu unterstützen. Dadurch könnten nicht nur die Räume in den Wiesenwerken langfristig gesichert werden, sondern auch Honorare an dich Fachkräfte gezahlt werden. Spätestens wenn es darum geht Workshops in Schulen anzubieten kann die Arbeit nicht mehr über ehrenamtliches Engagement gestemmt werden. Denn so groß die Bereitschaft vieler Fachkräfte auch ist, ihre Kenntnisse einzubringen: Dauerhaft unentgeltlich zu arbeiten, können sich längst nicht alle leisten.
Unterstützung ist aber nicht nur in Form von Spenden gefragt. Es gibt viele Möglichkeiten sich mit seinen Fähigkeiten ehrenamtlich einzubringen, aktuell wird beispielsweise jemand gesucht, der sich um den Social-Media-Auftritt kümmert. Wer Lust bekommen hat, seine Zeit und Fähigkeiten einzubringen, darf sich per Mail melden bei: hello@soulspace-center.de
Text: Tiziana Schönneis (@tilausch)
Fotos: Kevin Bertelt (@kevin_bertelt)
