Eine Schwebebahn in Utopiastadt | historisches Wahrzeichen trifft auf historischen Bahnhof

Seit dem 1. August 2019 schweben 30 neue hellblaue Züge durch die Talstadt. Damit hat die blau-orange Serie aus den 70er Jahren abgedankt. Bereits 2016 bekamen Wuppertaler Initiativen und Firmen die Möglichkeit drei der alten Waggons zu gewinnen. Der Rest der Wagen wurde für einen Obulus von 5000€ zum Verkauf geboten. Vor wenigen Tagen landete die erste und einzige Schwebebahn im Quartier Mirke. Das Kreativcluster „Utopiastadt“ wurde von den Wuppertaler*innen zum freudigen neuen Besitzer des Wuppertaler Wahrzeichens gewählt. David J. Becher, Vereinsvorstandsvorsitzender des Utopistadt e.V., erklärte sich bereit einige Fragen zu dem historischen blau-orangen Koloss und dessen zukünftigen Nutzung zu beantworten. Eine historisches Wahrzeichen neben einem historischen Bahnhof, neben einem neuen Wahrzeichen der Stadt Wuppertal, der Nordbahntrasse – Was eine Verbindung!

Nr. 27. ist gelandet! | Foto von Wolf Sondermann

QuartierMirke: Wer bist du? Stell dich gerne kurz vor.

David J. Becher: Mein Name ist David J. Becher, ich bin hier Nachbar und einer der Vorsitzenden des Fördervereins Utopiastadt e.V.

QuartierMirke: Die Utopist*innen sind nun endlich stolze Besitzer einer eigenen Schwebebahn. Wie fühlt man sich als einer der wenigen, der in dieser Situation stecken darf?

David J. Becher: Für mich persönlich ist das eine ganz hübsche weitere Anekdote zu meiner Lokalpatriosierung: Ich bin nicht nur Wuppertaler, ich habe auch einen, seit ich mal mit der gleichnamigen Ehrenamtsmedaille ausgezeichnet wurde. Somit verbinden sich in dem Begriff Wuppertaler bei mir die Hilfsverben haben und sein. Nun haben wir dazu auch noch das wohl typischste, das es für Wuppertaler gibt: Eine Schwebebahn! Persönlich gehe ich aber davon aus, dass es hier für mich beim Hilfsverb haben bleiben wird.

QuartierMirke: Obwohl ihr die Schwebebahn bereits 2016 im Rahmen eines Wettbewerbs gewonnen habt, tauchte die „letzte“ Schwebebahn erst am Donnerstag den 11. Juli 2019 auf den Flächen des Utopiastadt Campus auf. Wie kam es dazu? 

David J. Becher: Es gab halt am Fahrgerüst noch ein paar Extrarunden für den Wagen. Und auch auf dem Utopiastadt Campus steht er ja jetzt noch nicht an seinem endgültigen Ort.

David J. Becher, der wohl entspannteste schwebebahnfahrende Vereinsvorstandsvorsitzende der Stadt | Foto von Wolf Sondermann

QuartierMirke: Auf welchem Teil der Flächen wird die Schwebebahn in Zukunft ihr neues zu Hause finden?

David J. Becher: Gerade insbesondere im Hinblick auf den Solar Decathlon 2021 bei dem bekanntlich ein großer Teil der Fläche genutzt werden wird. Genau das gilt es nun abzustimmen. Ein spannender Prozess in so einem beweglichen und experimentierfreudigen Umfeld wie Utopiastadt. Aber ich bin mir sicher, dass der Wagen, der als letzter seiner Baureihe das Fahrgerüst verlassen hat, schließlich den repräsentativen Platz bekommt, den er verdient.

QuartierMirke: Nun die große Frage: Was wird in Zukunft in den Räumlichkeiten des Schwebebahnzugs geschehen?

David J. Becher: Ein Utopiastadtcampusnordbahntrassencityzugangsquartiersinformationszentrum. Liegt doch auf der Hand!

Einmal nochmal Kind sein und in der Schwebebahn ganz hinten sitzen | Foto von Wolf Sondermann

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