Forum:Mirke 31 | 10. September 2019

 

  1. Begrüßung und Information zum Mirker Freibad

Heiner Mokroß von Pro-Mirke e.V berichtet über die verschiedenen Aktivitäten an den sich das Freibad in letzter Zeit beteiligt hat.

  • Am „Tag des offenen Denkmals“ haben ca. 80 Besucher das Bad angesehen.
  • Über 200 Besucher campierten anlässlich Feuertal auf dem Gelände.
  • die Open Air Party Muk wurde von ca. 350 Personen trotz Regen besucht.
  • und es gab an 30 Tagen in diesem Jahr Badebetrieb.

Diese Aktivitäten werden von einem Team von ca. 25 Leuten organisiert. Fördermittel erhält das Freibad nicht.
Der Verein Pro-Mirke e.V. besteht bereits seit 10 Jahren, der Betreiberverein seit 8 Jahren.

Mit seiner Präsentation im Anschluss an das Forum:Mirke informiert Heiner Mokroß über die historische Entwicklung des Freibades.

  1. Im Mirker Quartier passiert einiges…

Goldzack-Haus
Laut eines Berichts in der WZ plant die Stadt Wuppertal den Verkauf des Goldzack-Haus. Thomas Kring berichtet dazu, dass die Immobile zu der Delphin GmbH – eine städtische Gesellschaft – gehört, die entsprechend eines Ratsbeschlusses aufgelöst werden soll. Das Gebäude ist als ein Gewerbehof genutzt worden. Mit seinen vielfältigen Nutzungen TalTon, Boulderhalle, Bandwebermuseum hat es heute eine Bedeutung für die Entwicklung der Mirke gewonnen.
Bisher sind die politischen Gremien, die eigentlich über Verkäufe entscheiden müssen, nicht eingebunden. In der BV Elberfeld am 11.9. ist der Punkt auf die Tagesordnung gesetzt worden, ein Bericht der Verwaltung wird erwartet.

Das Forum:Mirke wird ihre Forderung nach einem Verbleib des Gebäudes im städtischen Besitz oder einer gemeinwohlorientierten Entwicklung in einem Schreiben an den Oberbürgermeister formulieren.

 

  1. Solar Decathlon 2021

Dr. Daniel Lorberg, Leiter des Projektes Solar Decathlon Europe 21 informiert, über die Bewerbung der bergischen Universität als Ausrichterstadt für das SDE21 und dass sie sich gegenüber anderer Konkurrenzstädten durchsetzen konnten. 2010 hatte sich bereits ein Team der Bergischen Universität an dem Wettbewerb in Madrid beteiligt, so dass davon die Idee ausging, sich als Ausrichterstadt zu bewerben.

Zur Erläuterung eines Solar Decathlon wird ein kurzer Filmbericht vom Madrider Wettbewerb gezeigt.
Das besondere an der Wuppertaler Ausrichtung ist, dass die zu planenden Gebäude sich in einen bestehenden Stadtkontext dem Mirker Quartier einfügen müssen-Solar Decathlon goes urban.

Die Ausschreibungsunterlagen für die studentischen Wettbewerbsteilnehmer sind veröffentlicht, jetzt werden die Bewerbungen erwartet. Ca. 20 Teams können an dem Wettbewerb teilnehmen, es wird gerechnet, dass ca. 500 – 800 Teilnehmer/Studierende sich aktiv beteiligen werden.

Es geht bei der Wettbewerbsausrichtung um solarenergetisch optimierte Bauweise, aber auch der Aspekt der Wiederverwertbarkeit, der zum Bau verwendeten Materialien, ist ein Ziel des Wettbewerbs.
Auf dem Campusgelände wird die Ausstellung der Gebäude stattfinden. Die studentischen Entwürfe werden dort als Demonstratoren eventuell nur mit Teilausschnitten aufgebaut. Ein Teil der Gebäude soll auch nach dem Wettbewerb dort zur Weiternutzung von Utopiastadt oder für Forschungszwecke stehen bleiben.

SDE21 im Mirker Quartier wird von den Anwesenden einhellig begrüßt. Dass das Quartier als ein Bezugsrahmen für die Planenden gesehen wird und die Entwürfe sich an den baulichen und sozialen Gegebenheiten des Quartiers orientieren, wir sehr positiv gesehen. Es ist eine große Chance für die Mirke.

Folgende Themen wurden in der Diskussion angesprochen:

Die Anzahl der Besucher lässt sich schwer abschätzen, da sie davon abhängt wie stark die Ausstellung als ein Event beworben wird oder ob der Schwerpunkt auf dem studentischen Wettbewerb liegt. Die Anreise der Besucher wird auf öffentliche Verkehrsmittel gelenkt und so organisiert, dass der motorisierte Verkehr aus dem Quartier herausgehalten wird. Liefer- und Baustellenverkehr wird über die Juliusstraße geleitet. Von der Stadt ist ein Verkehrskonzept zu erarbeiten.

Für die Vorbereitung der Veranstaltung werden Räumlichkeiten gesucht. Von Interesse sind vor allem heutige Leerstände, die einer neuen Nutzung zugeführt werden können. Auch das kulturelle Angebot soll in dem Zeitraum, wo die Studenten hier arbeiten, erweitert werden.

Da Denkmalschutz im Ausland nicht als ein baurelevanter Aspekt bekannt ist, werden für den Wettbewerb nur Gebäude herangezogen, die keine denkmalrelevanten Vorgaben haben.

Das Vorhaben wird durch ein „Reallabor“ begleitet, das die Zusammenarbeit mit dem Quartier herstellt, aber auch Vorschläge weitergibt, wie eine urbane Transformation im Quartier erfolgen kann.

Auch eine deutsche Version der bisher nur englischen Homepage wird  vorbereitet. Fragen zu dem Projekt können zunächst an Daniel Lorberg per Mail gestellt werden.

 

  1. Die Friedhöfe an der Hochstraße – Was ist weiter geplant?

Michael Felstau von Urban Gardening informiert uns über die Möglichkeiten, wie Friedhöfe, die wegen geänderten Bestattungskulturen (z.B. Urnenbestattungen) nicht mehr in dem Umfange gebraucht werden, im Quartier zu einem Friedhofspark entwickelt werden können. Er stellt beispielhafte Friedhofsnutzungen vor

 

Friedhofsparks in Berlin

Der ehemalige Friedhof der Freireligiösen Gemeinde wird bereits seit 1995 als Friedhofspark Pappelallee genutzt. Erhaltenen Grabmale wurden restauriert und ein Spielplatz eingerichtet.

Friedhofspark Pappelallee, Pappelallee 15a, 15,17

 

Der Leise-Park an der Heinrich-Roller-Straße wurde erst 2012 eröffnet und besteht aus Teilflächen des Friedhofes St. Marien – St. Nicolai. Als die Evangelische Kirche die Flächen als Bauland verkaufen wollte, regte sich Protest bei den Anwohnern und die Initiative führte schließlich zum Erhalt der Fläche als Grünanlage. Hier wurde der leicht verwilderte Charakter erhalten. Im Gelände verstreut und teilweise von der Vegetation versteckt wurden Klettertürme, Balancierstangen, Holzpodeste gebaut. Aber auch Grabmale wurden erhalten. Ein Stahlgitterzaun trennt den Leise-Park vom Rest des weiter genutzten Friedhofs. Die partizipativ entwickelte Neugestaltung trägt nachhaltig zur Identifikation und zur Verbesserung des Wohnumfeldes bei.

Beide Anlagen werden über Nacht geschlossen.

Leise-Park, Heinrich Roller Straße 2-3, 10405 Berlin
https://de.wikipedia.org/wiki/Leise-Park
https://gruppef.com/leise-park/

 

Aufgrund des Wandels im Bestattungsverhalten werden Teilflächen des Neuen St. Jacobi-Friedhofs nur noch eingeschränkt für Friedhofszwecke benötigt. Im Rahmen des „Berliner Programms für Nachhaltige Entwicklung (BENE)“ werden Konzepte für neue Nutzungsmöglichkeiten entwickelt, an denen Friedhofsbesucher und Anwohner der umliegenden Quartiere partizipieren können. Begleitet von PrinzessinnenGartenBau wird gegärtnert, Natur erkundet und Ideen werden ausgetauscht.

Hermannstraße im Berliner Stadtbezirk Neukölln. „Friedhof der St. Jacobi-Gemeinde“

https://www.youtube.com/watch?v=_rbwhraU4eA

 

https://www.deutschlandfunk.de/urban-gardening-auf-friedhoefen-gurken-auf-graebern.886.de.html?dram:article_id=448852
https://www.morgenpost.de/berlin/article216730429/In-Neukoelln-gibt-es-bald-Gruenkohl-vom-Friedhof.html
https://taz.de/Friedhoefe-oeffnen-sich-fuer-Gartenprojekte/!5569212/
https://www.langertagderstadtnatur.de/angebote/details/4151

 

Das Jugend- und Kulturhaus „Schlesische27“ betreibt auf dem Neuköllner Jerusalem-Friedhof den „Coop Campus“ – mit Bienenvölkern, Obstwiese und Biomeiler.

https://www.tagesspiegel.de/berlin/aktionstage-gemeinsame-sache-schoener-gaertnern-auf-dem-friedhof/22995328.html

 

Anhand der Beispiele zeigt sich, welche Möglichkeiten sich bei einer kooperierenden Nutzung von Friedhöfen auch als „Stille Parks“ ergeben:

  • Friedhöfe sind Oasen der Ruhe und der Natur.
  • Die Trauerhalle kann außerhalb der Bestattungszeiten auch für Trauerseminare, Vorträge, Ausstellungen, Lesungen oder auch Aufführungen genutzt werden.
  • Café am Friedhofseingang
  • Die brach liegenden Grünflächen könnten aus ökologischen Gesichtspunkten zum Rückzugsort für heimische Tierarten, besonders Insekten und Vögel als Wildblumenwiesen mit Nistpflanzen, Totholz und Reisighaufen umgestaltet werden: Hortus-Netzwerk
  • Riech-, Tast- und Klanggärten
  • Kunst: Installationen und Skulpturen oder auch Landartprojekte.
  • Gemeinschaftsgärten: Urban-Gardening
  • Ruhige Aktivitäten wie Yoga, Tai Chi oder Qi Gong.

Spielplatz oder andere Bewegungsorte für Kinder.

Dieses Projekt sucht engagierte Menschen, die sich dafür einsetzen wollen. Das Forum:Mirke wird dran bleiben.

 

  1. Vorplatz Mirker Bahnhof‘

Die Neugestaltung des Vorplatzes ist in Vorbereitung. In 2020 soll der Bereich des Treppenzugangs saniert werden. Der Entwurf einer Planung wurde am 28.8.2019 vorgestellt. Der Plan liegt aus. Fragen dazu können gestellt werden.

  1. Sonstiges

Am 15.9.        17.00 Uhr Viertelsprecher am Mirke Bahnhof

Am 17.9.        16.00 Uhr Eröffnung der 1. Quartiers-Mobilitätsstation auf dem Schusterplatz

Am 19.9.        in der Wiesenstraße „Park den Lukas“ Aktion gegen parkende Autos auf Gehwegen

Am 25.09.      um 18.30 Diakoniekirche „Wie wir wohnen wollen“
Vom 16.9. – 22.9. Europäische Woche der Mobilität

Am 20/21.9. Parking Day am Schusterplatz, an Otto-Böhne-Platz, an der Ludwigstraße

 

„Mirke Hört zu“

Am 21.11. im Hutmacher Menschen aus dem Quartier erzählen über die Mirke und wir hören zu.

 

Das nächste Forum:Mirke findet am Mittwoch 13.11.2019 um 19.00 Uhr

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