Raum trifft Kunst | Ein Mitmachprojekt

Gemeinsam schaffen, schafft Gemeinschaft. Das Mitmachprojekt »Raum trifft Kunst«, initiiert durch den deutsch-türkischen Kulturverein Anadolu e.V., macht sich diese Dynamik zu eigen. Im Rahmen des Projekts fertigen die Teilnehmer*innen, unter professioneller Anleitung, Ölgemälde an. Dabei begegnen sich nicht nur Menschen, sondern auch Kulturen, Altersgruppen und Sprachen. Ein Projekt, dass die Stärken des Quartiers befördert und Raum für Kreativität eröffnet. Gemeinsam kommen Wolf und Ich heute der Einladung des Anadolu e.V. nach und blicken hinter die Kulissen.

Die Kursteilnehmer*innen auf der Treppe vor dem Gebäude des Anadolu e.V.| Foto von Wolf Sondermann

Wolf und ich treffen uns an einem kühlen Herbsttag an der Grenze des Quartiers, auf der Markomannenstraße. Wir lassen den kleinen Parkplatz vor dem Haus mit den bunt besprühten Wänden hinter uns, und betreten die wohlig-warm beheizten Räumlichkeiten des Vereins. Im Inneren angekommen, werden wir herzlichst von Frau Warsi Willkommen geheißen. Arzu Warsi saß lange Zeit im Vorstand des Anadolu e.V. und arbeitet hier inzwischen als Geschäftsführer*in. Zur herzlichen Begrüßung und den wohlig warmen Temperaturen wird Wasser und Chai gereicht. Es herrscht eine offene und familiäre Stimmung, denn der heutige Termin ist nicht der erste seiner Art. In den letzten Wochen wurden schon so einige Leinwände bemalt, die über den Raum verteilt trocknen und darauf warten weiter bemalt zu werden. Herrn Gülel der Kursleitende, „Meister“ wie ihn die jüngste Teilnehmer*in nennt, verspätet sich heute ein wenig, weshalb wir noch ein Zeit haben uns in den Räumlichkeiten umzuschauen.

Ein Stilleben, dass noch verfeinert wird | Foto von Wolf Sondermann

Wolf nutzt die Wartezeit, frischt seine eingerosteten Türkischkenntnisse ein wenig auf und schlürft dabei heißen Tee. Zwischen dem türkischen Gebäck auf einer Tafel hinter dem Tisch an dem gemalt wird, reihen sich Stilleben an verwunschene Küstenlandschaften, rotleuchtende Sonnenuntergängen und traumhafte Berglandschaften. All diese Bilder sollen nach ihrer Fertigstellung im Rahmen einer Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Wann und wo ist allerdings bisher noch nicht genau geklärt. Dina, die jüngste Teilnehmer*in, die heute mit ihrer Oma vor Ort ist, nutzt die Gelegenheit und beginnt schonmal die triste Leinwand mit ein wenig Leben zu füllen.

Dina, jüngste Teilnehmer*in, auf dem Schoß ihrer Oma | Foto von Wolf Sondermann

Der Anadolu e.V. ist seit seiner Gründung vor 42 Jahren ein fester Bestandteil des Quartiers. Anfangs als deutsch-türkischer Fußballverein gegründet, wurde er schnell zum Kulturverein der Raum für Begegnung von Kultur schafft. Hier treffen Menschen aus dem Quartier aufeinander und schaffen dadurch Vielfalt in all ihren Facetten. In Form von Kreativworkshops, wöchentlichen Treffpunkten und pädagogischen Veranstaltungen werden Kindern und Jugendlichen aus dem Quartier die Ergebnisse der bunten Zusammenarbeit vermittelt und dadurch gefördert. Mit Hilfe der Finanzierung durch den Mirker Quartiersfonds konnten weitere Projekte im Rahmen des Kulturangebots des Anadolu e.V. umgesetzt werden.

„Das Bild ist ein Abenteuer.“ Herr Gülel, während er gemeinsam mit den Teilnehmer*innen beginnt ein Bild zu malen.

Herr Gülel, der gemeinsam mit seinem Sohn den Kurs besuchte und anleitete | Foto von Wolf Sondermann

Als Herrn Gülel den Raum betritt, ist die Freude aller Teilnehmer*innen groß. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde und gemütlichem Ankommen, entscheiden alle gemeinsam was sie in den nächsten 1,5 Stunden malen wollen. Die Farbpaletten werden vorbereitet und die Pinsel zurechtgelegt. Die Teilnehmer*innen hören den Worten Herrn Gülels gespannt zu, denn er malt nicht bloß Bilder mit Ihnen, sondern vermittelt ebenso die Technik des Ölmalens. Auf den schwarzen Leinwänden erscheint so nach und nach ganz magisch ein Bild, dass sich langsam aber sicher formt. Beim Malen selbst wird es ganz leise im Raum und alle vertiefen sich die die eigene 40x50cm große Welt – konzentriert und kreativ. Es scheint als könnte man die Pinselstriche im Raum hören. Als Wolf und Ich dies zum besten gebt, lacht die Runde laut. Normalerweise hören sie klassische Musik, denn das regt die Kreativität an. Aber heute ist ihnen nicht danach. Gemeinsam verabschieden wir uns von der Gruppe und lassen sie in ihrer kleinen Welt in Ruhe. Was ein toller Einblick in einen weiteren kleinen Teil dieses diversen Quartiers!

Falls du mehr über die Arbeit und das Wirken des Anadolu e.V. erfahren möchtest, dann schau doch entweder hier auf der Homepage oder hier auf der Facebookseite des Vereins vorbei.

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