Das Quartier Mirke

»Das Mirker Quartier«

Das Mirker Quartier gehört zur Elberfelder Nordstadt. Die Stadtbezirkgrenzen verlaufen im Süden durch die Hochstraße, im Osten durch die Uellendahler Straße/Gathe und im Norden durch die A 46. Funktional mit zur Mirke gehören auch die nördlich der Autobahn liegenden Grünbereiche (Kaiser-Wilhelm-Hain, Mirker Hain und das Mirker Freibad).
Die Bezeichnung Mirker Quartier ist in den letzten Jahren auch als eine Abgrenzung zum ebenfalls zur Nordstadt gehörenden Ölberg entstanden.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Stadtteil als eine Stadterweiterung von Elberfeld in Richtung Norden. Es handelte sich um ein Arbeiterquartier, in dem v.a. Weber lebten, die für die Elberfelder Textilunternehmen von zu Hause aus arbeiteten. Neben diesen zahlreichen Kleinstbetrieben siedelten sich dort aufgrund der verkehrsgünstigen Lage am Mirker Bahnhof und der neuen „Rheinischen Bahnstrecke“ größere Fabriken (Gathe, Hochstraße, Wiesenstraße) an, welche als Zulieferbetriebe für die lokale Textilindustrie oder der Bahn dienten.

 

»Die Baustruktur des Quartiers«

Das Mirker Quartier ist charakterisiert durch eine hohe Bebauungsdichte. Im Südosten zwischen Karl- bzw. Hochstraße und Ludwigstraße überwiegt vier- bis fünfgeschossige Bausubstanz der 1960er bis 70er Jahre mit vereinzelten Altbauten einfachen Standards (z.B. Friedrichstraße). Zum Teil handelt es sich um sanierte Objekte, ein großer Teil der Gebäude befindet sich jedoch in einem unsanierten Zustand. Die Wohnqualität ist hier durchschnittlich bis niedrig.
Der Nordosten im Bereich Froweinstraße, nördliche Neue Friedrichstraße, Mirkerstraße, östliche Helmholzstraße und nördliche Neue Nordstraße bildet den hochwertigsten Bereich der nördlichen Elberfelder Nordstadt. Hierbei handelt es sich um ein ruhiges, gründerzeitliches Wohngebiet mit größtenteils hochwertiger und sanierter Bausubstanz, welches auch für Haushalte mit mittleren und höheren Einkommen als Wohnstandort in Frage kommt. Aufgrund der Nähe zum ehemals bedeutenden Mirker Bahnhof wurden hier die anspruchsvollsten Wohnhäuser – i.d.R. fünfgeschossig – mit einer reich verzierten Fassade errichtet, welche auch heute noch gut erhalten sind. Der westliche Bereich entlang der Achsen Höchsten und Wiesenstraße ist durch eine Mischung aus einfacher gründerzeitlicher Bebauung, 1950er/60er Jahre-Blockrandbebauung und größeren Wohnblöcken späterer Jahre gekennzeichnet. Es überwiegt eine einfache Wohnqualität und ein wenig attraktives Wohnumfeld ohne Straßenbegrünung. Allerdings gibt es mehrere größere Spielplätze, z.T. in Hinterhoflage, sowie kleinere grüne Wege, welche sich quer durch das Wohngebiet ziehen und Spielplätze erschließen.

 

»Geschäfte und Gewerbe in der Mirke«

Die Nahversorgungsfunktion ist stark rückläufig und konzentriert sich auf die Hochstraße, Gathe und – noch eingeschränkt – auf die Friedrichstraße und die untere Wiesenstraße. In den Hinterhöfen aber z.T. auch unmittelbar an der Straße befindet sich vereinzelt Kleingewerbe, größere Gewerbebetriebe sind zwischen A46 und ehemaliger Bahnlinie im Norden ansässig. Kleingewerbe und Einzelhandel prägen insbesondere die Karlstraße, Friedrichstraße und die zur Gathe hin orientierten Straßenabschnitte. Der rückläufige Einzelhandel auf der Friedrichstraße führt allerdings zu starkem Ladenleerstand.

 

»Das grüne und spielerische Quartier«

Mehr als im südlichen Teilbereich gibt es im nördlichen Teil begrünte Wege durch die Hinterhöfe und Spielplätze, größere Grünanlagen fehlen jedoch. Eine größere Grünanlage ist der Friedhof im westlichen Teil, allerdings ohne nutzbare Freiflächen und mit einer eingeschränkten Zugänglichkeit ausschließlich von der Hochstraße und von der Wiesenstraße.
Der Karlsplatz südlich der Karlstraße wird kaum genutzt. Eine Weiterentwicklung des Platzes sollte deshalb angedacht werden, jedoch wirkt die viel befahrene Karlstraße als eine Barriere, so dass der Platz nur schwer in den Stadtteil integriert werden kann. Die Hochstraße teilt die Elberfelder Nordstadt in einen südlichen und einen nördlichen Bereich und stellt sowohl eine physische als auch mentale Barriere dar. Sie unterscheidet sich von den übrigen Straßen der Elberfelder Nordstadt durch ein hohes Verkehrsaufkommen und eine stark durch Einzelhandel und einfache Gastronomie geprägte Nutzung. Allerdings erfüllt die Hochstraße allein den Zweck der Nahversorgung und lädt aufgrund des Verkehrs und nicht vorhandener Aufenthaltsflächen nicht zum Verweilen oder zu einem gemütlichen Einkaufsbummel ein. In den oberen Etagen der Gebäude befinden sich Wohnungen. In Bezug auf die Baujahre handelt es sich um eine bunte Mischung der Gebäude: Das Baualter reicht von der Gründerzeit über 1950er und 60er Jahre bis in die 70er/80er Jahre hinein.

Auszug aus der Fortschreibung des Integrierten Handlungsprogramms für die Bereiche »Mirker Quartie« und »Südstraße«.

 

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