Forum:Mirke 05 | 03. Juni 2015

Ort:     »Klimaschutzsiedlung Baugruppe Malerstrasse«
Malerstrasse 20, 42105 Wuppertal

 

  1. Vorstellung der Klimaschutzsiedlung Malerstraße und deren Verein
    Komm(unikation)Mal(erstraße)

Das Passivhaus in der Malerstraße ist die 18. Klimaschutzsiedlung in NRW, 100 sollen es werden. In den Wohnungen sind außer im Bad keine Heizungen und der letzte Winter hat gezeigt, dass das funktioniert und alles schön warm war. Die Malerstraße ist ein Mehrgenerationenhaus, die älteste Bewohnerin ist 88 Jahre, der jüngste 1½. Eine demente Mitbewohnerin wird von der Gemeinschaft mitgetragen, sie fühlt sich im Haus behütet und wohl. Unter anderen hier wird die Idee des gemeinschaftlichen Wohnens deutlich, aber auch in den unterschiedlichen AGs, die die Verwaltung, den Garten, die Außenkommunikation regeln. Zu Arbeitswochenenden kommen immer sehr viele. Das Haus ist überwiegend barrierefrei.
Es gibt 20 Wohnungen zwischen 55 und 150 qm groß, eine Gemeinschaftswohnung und 3 Praxen. 45 Menschen wohnen im Haus, Familien mit Kindern, Paare und Alleinstehende. Die Wohnungen sind überwiegend selbstgenutzte Eigentumswohnungen.
Die meisten haben sich sehr bewusst für ein urbanes Wohnen im Quartier entschieden und wollen sich aktiv in das Quartiersleben einbringen. Möglicherweise können im Gemeinschaftsraum auch Kurse oder Seminare angeboten werden.
Im Moment ist die Bewohnerschaft noch sehr mit sich und der Gruppenentwicklung beschäftigt, weil alle noch nicht solange im Haus zusammenwohnen. Auch die letzten Arbeiten im Haus müssen noch fertig gestellt werden. Mit und mit wird sich aber der Verein, der für die Kommunikation ins Quartier und mit dem Quartier gegründet wurde, entwickeln und seine Arbeit aufnehmen.

 

  1. Projekte in Utopiastadt stellen sich vor

In den vorherigen Treffen des »Forum:Mirke« wurde immer wieder über das Thema Transparenz diskutiert und diese eingefordert.
Gerade bei Utopiastadt ist aufgrund der Fülle von Aktivitäten ein Überblick schwierig und bei einigen Menschen ist der Eindruck entstanden, es handele sich um einen »closed shop«. Um dem entgegenzuwirken gibt es einen neuen Flyer, auf dem alle Initiativen und Gruppen mit Kontakt und Treffdatum aufgeschrieben sind. Den Flyer gibt es im Hutmacher.
Zum anderen sollen sich im Forum Mirke die einzelnen Gruppen sukzessive vorstellen. Den Anfang macht »Alles zum Thema Fahrrad« oder der Fahrradhauptbahnhof Mirke:
Da gibt es die »Mirka Schrauba«, die ein »Reparaturcafé«, also Hilfe zur Selbsthilfe bei Fahrradreparaturen anbieten. Es findet jeden 1. Sonntag im Monat ab 14:00 Uhr im Rahmen der Mirker Matinee statt. Da findet auch das Reparaturcafé für Elektrogeräte und die Gärtnerstube mit Gartentipps statt. Die Matinee ist geöffnet, bis alle keine Lust mehr haben.
Dann gibt es die IG Fahrradstadt Wuppertal, deren Ziel es ist, das Fahrradfahren in Wuppertal nach vorne zu bringen. Sie arbeiten gerade an verschiedenen Projekten: Eine innerstädtische Radkarte, die später auch als App zur Verfügung stehen soll, ist in Arbeit. Bei herkömmlichen Radkarten sind es eigentlich Autostraßenkarten, in den Radwege vermerkt sind. Hier soll aber eine Karte entstehen, die spezielle Radwege bezeichnet und Routen ausweist. So könnten sich z.B. Schulkinder entlang einer solchen Route verabreden und gemeinsam zur Schule fahren. Das geht natürlich auch für andere Gruppen.
Ein anderes Projekt ist die Fahrradverkehrszählung. Mit der soll nachgewiesen werden, dass der Fahrradverkehr in Wuppertal ansteigt. So hat man gegenüber der Politik Argumente, damit mehr für den Fahrradverkehr getan wird. Jeder, der Lust hat, kann sich an dieser Aktion beteiligen und an festgelegten Punkten jeweils 20 Min. den Verkehr zählen. Auf www.fahrradstadtwuppertal.de kann man ein Formular herunterladen und sich über das Vorgehen informieren.
Das nächste Projekt ist die Fahrradsammlung und der kostenlose Verleih der Fahrräder. Es wurden sehr viele Fahrräder gespendet, die repariert werden und eigentlich kostenlos verliehen werden sollen. Aufgrund fehlender Leute kann das im Moment nur Mittwochnachmittags für ein paar Stunden umgesetzt werden. Die Nachfrage ist sehr groß, z.B. können sich viele Jugendliche kein eigenes Fahrrad leisten und nutzen diese Gelegenheit. Es wird dringend Hilfe gebraucht, um den Verleih auszubauen. Geplant ist nun ein regelmäßiges Supportertreffen mit Grillen, wo erklärt wird, wie das alles geht und
wo man sich in einem Terminkalender eintragen lassen kann.
Interessenten können sich auch melden unter rad@utopiastadt.eu.
Nach wie vor gibt es viele Fahrradspenden und alle Räder, die nicht gebraucht werden, werden an gemeinnützige Träger für die Jugend- oder Flüchtlingsarbeit weitergegeben.
Infos zur Werkstattbenutzung in Utopiastadt: Die Werkstatt dient der Sanierung des Bahnhofs. Wenn man dafür Zeit aufwendet, kann man die Werkstatt auch für private Arbeiten nutzen.

Wer mitarbeiten will, für den gibt es 2 interessante Treffen: Das »Planungstreffen« jeden 2. Montag im Monat um 19:00 Uhr und das »workout« jeden 3. Samstag im Monat.
Grundsätzlich erfolgt die Nutzung der Werkstatt ausdrücklich auf eigene Gefahr. Bei der Nutzung gefährlicher Maschinen gibt es vorher eine Einweisung in deren Gerbauch und in die Verhaltensregelungen der Werkstatt.
Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit wird die Vorstellung von /dev/tal e.V. und den »Utopiastadtgärtnern« auf das nächste Forum verschoben, damit der TOP »Wegebeziehung« noch besprochen werden kann.

 

  1. Wegebeziehung zwischen der Trasse und der Innenstadt über die Friedrichstr./Neue Friedrichstr.

Möglich ist eine Wegebeziehung über die Verknüpfung der Gärten, beginnend am Karlsplatz über die Diakoniekirche bis zum UtopiaStadtGarten. Von der City her ist die Kirche der erste sichtbare Anziehungspunkt, über den Menschen ins Quartier gelockt werden können. Damit die Besucher auch die interessanten Projekte rechts und links der Achse Friedrichstr./Neue Friedrichstraße finden, ist ein Wegeleitsystem zur besseren Orientierung im Quartier nötig. Ein Vorschlag ist, dies über Blumenkübel oder künstlerische Objekte zu organisieren. Macht man sich Gedanken über die Achse als Fahrradverbindung, muss man an einer Lösung für das Kopfsteinpflaster arbeiten – fürs Radfahren ist das Pflaster schlecht, im Hinblick auf den Denkmalschutz ist es erhaltenswert. Auf dem Karlsplatz könnten Fahrradboxen aufgestellt werden.
Aber nicht nur der Fahrradaspekt ist wichtig, sondern z.B. auch, dass es sichere Wege für Kinder im Quartier geben muss. Es gibt 2 Schulen und oft sind viele Kinder auf dem Schulweg unterwegs.
Für die Entwicklung der Achse ist die Einbindung von BewohnerInnen und EigentümerInnen unbedingt nötig. Für entsprechende Veranstaltungen könnten die leeren Ladenlokale genutzt werden. Vielleicht kann es gelingen, den nötigen politischen Druck zu erzeugen, dass die Finanzierung einer Umgestaltung realistisch wird. Man muss auch mitbetrachten, dass Veränderungen auch die sozialen Milieus verändern können, so gibt es entlang der Achse viele Treffpunkte von Migranten. Man muss darauf achten, dass keine Verdrängungsprozesse ausgelöst werden.
Es wird berichtet, dass es nach dem »Forum:Mirke 2« bereits einmal einen Workshop zu der Wegebeziehung gab. Johannes Schimmelpfennig und Csilla Letay erklären sich bereit, zeitnah ein AG-Treffen zum Thema zu organisieren und dazu über den Mirker Verteiler einzuladen. David J. Becher wird noch mal versuchen, den Vorstand der IG Friedrichstraße in die Diskussion einzubinden.

 

  1. Verschiedenes und Termine

Ralf Glörfeld will in der Feuerwache einen Workshop für Jugendliche organisieren »Wie stelle ich mir mein Quartier vor«. Es wird ergänzt, dass auch die alten Menschen befragt werden sollen. Beim nächsten Forum könnte besprochen werden, wer sich darum kümmern will.
Ulrike Mös schlägt vor, das Thema »Bürgerbeteiligung« zunächst allgemeiner zu diskutieren, um Vorgehensweisen zu entwickeln, wie möglichst viele BewohnerInnen bei Veränderungsprozessen mitgenommen werden können. Beim nächsten Forum soll darüber entschieden werden, ob das von allgemeinem Interesse ist oder ob auch dafür eine AG gebildet werden sollte.
Aufruf an alle, die Projekte im Mirker Quartier umsetzen:
Damit die Aktivitäten gegenseitig bekannt sind und aufeinander abgestimmt oder verknüpft werden können, soll ein Marktplatz entstehen, bitte Eure / Ihre Initiativen oder Projekt oder Pläne mitteilen an info@quartier-mirke.de mitteilen.

Am 7. Juni findet der Trödelmarkt »Zündstoff« in der Alten Feuerwache statt.
Das nächste »Forum:Mirke« findet am 22.6.2015 um 19:00 Uhr statt, der Raum wird noch bekann gegeben.

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